Martina Riescher lebt und arbeitet zwischen München und Rom, wo sie auch ihr Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste absolvierte. Ihre Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen in Europa und den Vereinigten Staaten, unter anderem in der städtischen Galerie für moderne und zeitgenössische Kunst von Rom. In ihren Installationen beschäftigt sie sich mit den Möglichkeiten, Geschichte fassbar zu machen. Ausgangspunkt für die zweiteilige Performance Smoking Constitution ist ein historisches Dokument: das Manifest von Ventotene, (Per un'Europa libera e unita. Progetto d'un manifesto, deutsch: Für ein freies und einiges Europa. Projekt eines Manifests) – eine 1941 verfasste programmatische Schrift der italienischen Antifaschisten Altiero Spinelli, Eugenio Colorini und Ernesto Rossi. Es ist einer der wichtigsten frühen programmatischen Entwürfe für die europäische Union. Alle drei waren ab ca. 1939 zusammen auf der Insel Ventotene im Golf von Gaeta (zwischen Rom und Neapel) inhaftiert und schrieben das Manifest heimlich auf Zigarettenpapier. Es gelang, das Manifest aus dem Gefängnis zu schmuggeln, zu vervielfältigen und in Rom als Flugblatt zu verbreiten. Teil 1 Königsplatz München: Auf dem Königsplatz erwarten die Passantinnen und Passanten zwei Performer, die sich vor der Glyptothek und Antikensammlung, mitten auf den Rasenflächen auf beiden Straßenseiten mitten auf den Rasenflächen gegenüberstehen. Abwechselnd halten sie Schilder, auf denen wesentliche Aussagen des Manifestes von Ventotene geschrieben stehen hoch, die dann jeweils der Andere gegenüber mit einem Fernglas liest und laut ausruft. Die beiden Performer versuchen so, die Distanz zu überbrücken und miteinander zu kommunizieren. Die Straße symbolisiert eine Grenze, den Graben, der Nationalismus von Föderalismus trennt, wie Altiero Spinelli es im Manifest ausdrückt. Sie ist zugleich die subtile Linie zwischen einem Europa der Utopie und der politischen Wirklichkeit. Die Passanten werden von den Performern nicht nur zum Zuhören animiert, sondern auch aufgefordert mitzumachen, das Fernglas in die Hand zu nehmen und die Kernaussagen des Manifests von Ventotene zu lesen und selbst auszurufen. Wer Interesse hat, kann eine Kopie des Manifests mitnehmen. Teil 2 Kunstraum München, 19 Uhr: Im Kunstraum München werden wir am gleichen Abend, direkt nach der Performance Zigaretten aus dem beschriebenen Papier drehen und das Manifest von Ventotene „in Rauch aufgehen“ lassen. TEIL 2 // 19 UHR / KUNSTRAUM MÜNCHEN TEIL 1 // 17 UHR / KÖNIGSPLATZ-GLYPTOTHEK SMOKING CONSTITUTION SAMSTAG, DEN 04.08.18
Martina Riescher lebt und arbeitet zwischen München und Rom, wo sie auch ihr Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste absolvierte. Ihre Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen in Europa und den Vereinigten Staaten, unter anderem in der städtischen Galerie für moderne und zeitgenössische Kunst von Rom. In ihren Installationen beschäftigt sie sich mit den Möglichkeiten, Geschichte fassbar zu machen. Ausgangspunkt für die zweiteilige Performance Smoking Constitution ist ein historisches Dokument: das Manifest von Ventotene, (Per un'Europa libera e unita. Progetto d'un manifesto, deutsch: Für ein freies und einiges Europa. Projekt eines Manifests) – eine 1941 verfasste programmatische Schrift der italienischen Antifaschisten Altiero Spinelli, Eugenio Colorini und Ernesto Rossi. Es ist einer der wichtigsten frühen programmatischen Entwürfe für die europäische Union. Alle drei waren ab ca. 1939 zusammen auf der Insel Ventotene im Golf von Gaeta (zwischen Rom und Neapel) inhaftiert und schrieben das Manifest heimlich auf Zigarettenpapier. Es gelang, das Manifest aus dem Gefängnis zu schmuggeln, zu vervielfältigen und in Rom als Flugblatt zu verbreiten. Teil 1 Königsplatz München: Auf dem Königsplatz erwarten die Passantinnen und Passanten zwei Performer, die sich vor der Glyptothek und Antikensammlung, mitten auf den Rasenflächen auf beiden Straßenseiten mitten auf den Rasenflächen gegenüberstehen. Abwechselnd halten sie Schilder, auf denen wesentliche Aussagen des Manifestes von Ventotene geschrieben stehen hoch, die dann jeweils der Andere gegenüber mit einem Fernglas liest und laut ausruft. Die beiden Performer versuchen so, die Distanz zu überbrücken und miteinander zu kommunizieren. Die Straße symbolisiert eine Grenze, den Graben, der Nationalismus von Föderalismus trennt, wie Altiero Spinelli es im Manifest ausdrückt. Sie ist zugleich die subtile Linie zwischen einem Europa der Utopie und der politischen Wirklichkeit. Die Passanten werden von den Performern nicht nur zum Zuhören animiert, sondern auch aufgefordert mitzumachen, das Fernglas in die Hand zu nehmen und die Kernaussagen des Manifests von Ventotene zu lesen und selbst auszurufen. Wer Interesse hat, kann eine Kopie des Manifests mitnehmen. Teil 2 Kunstraum München, 19 Uhr: Im Kunstraum München werden wir am gleichen Abend, direkt nach der Performance Zigaretten aus dem beschriebenen Papier drehen und das Manifest von Ventotene „in Rauch aufgehen“ lassen. TEIL 2 // 19 UHR / KUNSTRAUM MÜNCHEN TEIL 1 // 17 UHR / KÖNIGSPLATZ-GLYPTOTHEK SMOKING CONSTITUTION SAMSTAG, DEN 04.08.18